Solarenergie 2 Deutschland / Neitzel & Cie. Gesellschaft für Beteiligungen mbH & Co. KG

 

Hohe weiche Kosten bei Solarenergie 2 Deutschland/Neitzel & Cie. Gesellschaft für Beteiligungen mbH & Co. KG? Welche Ausstiegsmöglichkeiten bestehen?

Kostenfreie Erstberatung! Fragebogen abrufbar!

 

Solarfonds und Umweltfonds: Solarenergie 2 Deutschland/Neitzel & Cie. Gesellschaft für Beteiligungen mbH & Co. KG; Anwalt und Verjährung

 

Die Stiftung Finanztest setzt sich in ihrer Ausgabe vom August 2011 äußerst kritisch mit verschiedenen sog. Umweltfonds bzw. Ökofonds auseinander. Hierbei werden konkret 8 geschlossene Umweltfonds durchleuchtet.

Eine äußerst schlechte Bewertung erhält hierbei der Umwelt- und Solarfonds, Solarenergie 2 Deutschland/Neitzel & Cie. Gesellschaft für Beteiligungen mbH & Co. KG.

Stiftung Finanztest kritisiert neben dem undurchsichtigen Konzept insbesondere die ungewöhnlich hohen weichen Kosten die beim Vertrieb der Beteiligung angefallen sind.

Weiche Kosten stellen jeweils diejenigen Kostenbestandteile dar, die für die Realisierung des Anlagekonzeptes nicht zur Verfügung stehen, und vom Investitionskapital daher abgezogen werden müssen. Nach dem Bericht sollen einmalige Kosten i.H.v. 22,3 % sowie laufende Kosten pro Jahr i.H.v. 3, 1 % angefallen sein. Ein weiterer Kritikpunkt ist die 4 % Gebühr die beim Verkauf der Anlagen zusätzlich zulasten der Anleger anfällt.

Zudem hebt die Stiftung Finanztest in ihrem Bericht hervor, dass die Gefahr von Interessenkonflikten bestehen würde, da nach dem Bericht alle Beteiligten miteinander verbunden sein sollen.

Der Anlegerschutzkanzlei Eser Rechtsanwälte liegt zudem ein anonymer Bericht eines informierten Anlegers vor, nach dem sogar deutlich höhere weichen Kosten, als im Bericht der Stiftung Finanztest dargestellt, angefallen sein sollen.

Vor diesem Hintergrund erreichen die Anlegerschutzkanzlei Eser zunehmend eine Vielzahl von Anrufen von besorgten und irritierten Anlegern, die nach der Rechts- und Sachlage sowie nach 
schadensfreien Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Umweltfonds nachfragen.

 

Was sollten betroffene Anleger jetzt tun?

Zunächst sollten Anleger ihre Ansprüche zeitnah von einem versierten und auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Fachanwalt prüfen lassen. Neben Prospektfehlern die zur Begründung von Prospekthaftungsansprüchen herangezogen werden können, können insbesondere Ansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung geltend gemacht werden.

Sind z.B. die Vertriebskosten bzw. die weichen Kosten im Prospekt unzutreffend und unvollständig wiedergegeben worden, so kann der Anleger gegenüber den Initiatoren und Prospektherausgebern Schadensersatzansprüche geltend machen.

Gegenüber den Anlageberatern/Vertriebsgesellschaften besteht für den Anleger ferner die Möglichkeit, aus Falschberatung vorzugehen. Hierbei kann der Anleger die Verletzung des stillschweigend abgeschlossenen Anlageberatungsvertrages geltend machen.

Zwar ist der nicht bankmäßig gebundene freie Anlageberater nach der neuesten Rechtsprechung grundsätzlich nicht verpflichtet ungefragt über die Höhe der weichen Kosten und Provisionen aufzuklären, wenn diese nicht eine Grenze von 15 % übersteigen.

Nach dem Bericht der Stiftung Finanztest ist vorliegend jedoch davon auszugehen, dass diese Grenze mit einem Betrag von mindestens 25 % überstiegen worden ist.

Danach könnte ein etwaiger Schadensersatzanspruch eines Anlegers schon deshalb Erfolg haben, wenn der Anlageberater nicht ungefragt über die Höhe der weichen Kosten aufgeklärt hat.

Nach der sog. Bondjudikatur des Bundesgerichtshofs, ist der Anlageberater nämlich verpflichtet, den Anlageinteressenten umfassend über die Struktur und Funktionsweise des zu erwerbenden Kapitalanlageproduktes, sowie über sämtliche Vor-, und Nachteile, einschließlich der immanenten Risiken und der Höhe der Provisionen (Rückvergütung) aufzuklären. Verletzt der Anlageberater diese Pflichten, steht dem Anleger ein kapitalerhaltender Rückabwicklungsanspruch zu.

Der Anleger erhält dann das sog. negative Interesse, welches bedeutet, dass der Anleger so gestellt wird, als wenn er bei richtiger und umfassende Aufklärung die Beteiligung nicht gezeichnet hätte. Dann erhält der Anleger neben seinem Investitionskapital sogar den entgangenen Gewinn (der Zinsgewinn der infolge einer gewinnbringenden Alternativanlage erzielt worden wäre) zurück. Die bereits erhaltenen Ausschüttungen muss der Anleger allerdings anrechnen lassen.

Die allermeisten Anleger würden auch von der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes profitieren, wonach grundsätzlich Steuervorteile vom Schadensersatzanspruch des Anlegers nicht abgezogen werden müssen.

Eine zum Schadensersatz führende Falschberatung ist immer also dann gegeben, wenn eine den Vorgaben des Bundesgerichtshofes folgende sog. „anleger- und objektgerechte" Beratung nicht feststellbar ist.

Vielfach berichteten Anleger der Kanzlei Eser Rechtsanwälte, dass aber eine solche hinreichende Aufklärung über Risiken und Verlustmöglichkeiten sowie über die Höhe der Provisionen und weichen Kosten nicht erbracht wurde. So wurden sämtliche Anleger, die sich an die Anlegerschutzkanzlei Eser Rechtsanwälte gewandt haben, gerade nicht über die Existenz und die Höhe der Vertriebsprovisionen und der Kick Backs aufgeklärt.

Drohende Verjährung von Ansprüchen

Anleger die ihre Ansprüche prüfen und durchsetzen lassen möchten, sollten dringend die mögliche Verjährung ihrer Ansprüche berücksichtigen. Im Hinblick auf die Prospektherausgeber bestehen kurze Sonderverjährungsfristen. Gegenüber Anlageberatern besteht eine kenntnisabhängige dreijährige Verjährungsfrist. Die Verjährungsfrist kann unter anderem durch Einreichung einer Klage beim zuständigen Gericht unterbrochen werden.

 

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Kemal Eser ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Bank- und Kapitalmarktrecht des DeutschenAnwaltVereines. Darüber hinaus lehrt er im Fachbereich Finanzdienstleistungen als Privatdozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart (DHBW).