MANAGERHAFTUNG UND D & O Versicherung

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Eser vertritt Führungskräfte in sämtlichen Stadien der potenziell existenzvernichtenden Managerhaftung.
 
Wir beraten daneben die Unternehmen bei der Durchsetzung, aber auch Abwehr von Schadenersatzansprüchen.

 

Tritt der Schadensfall ein, kann es dazu kommen, dass sich die Versicherer trotz der bestehenden Police gegen die Übernahme der Kosten wehren. In diesen Fällen ist die Beratung und Vertretung durch kompetente Rechtsanwälte unerlässlich. Es besteht die Gefahr der Vollstreckung ins Privatvermögen, im Einzelfall kann sogar die Privatinsolvenz also die Vernichtung der beruflichen Existenz drohen.

Eser Rechtsanwälte bieten umfassende Hilfe und Unterstützung an.

 

Vor allem Beratung im Schadensfall und der Prüfung und Durchsetzung der Ansprüche gegen den Versicherer.

Daneben werden bestehende D&O-Versicherungsverträge (Directors-and-Officers-Versicherung, auch Manager-Haftpflichtversicherung) gestaltet und bestehende Policen auf Deckungslücken hin überprüft.

 

Manager und Führungskräfte werden zu allen Fragen des D&O-Versicherungsschutzes, auch bei Abschluss des Dienstvertrages, beraten.

Im Rahmen der außergerichtlichen oder prozessualen Regulierung von Ansprüchen, auch bei Vergleichsverhandlungen, werden Manager von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Eser bundesweit vertreten.

Grundlagen der Managerhaftung, Innen- und Außenhaftung

Gemäß § 43 Abs. 1 GmbHG haben die Geschäftsführer die "Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes" anzuwenden.

 

Verletzen Sie ihre Pflichten, so haften sie der Gesellschaft für den entstandenen Schaden im Innenverhältnis, daher ist auch hier die Rede von der sog. "Innenhaftung". Die Rechtslage ist hierbei eindeutig, der Aufsichtsrat selbst hat keine Wahl, ob er gegen den eigenen Vorstand bzw. gegen die eigenen Manager vorgeht.

Er muss also gegen den eigenen Vorstand juristisch vorgehen und diesen in Anspruch nehmen.

 

Die Außenhaftung des GmbH - Geschäftsführers und des AG - Vorstandes gegenüber Dritten selbst ist hierbei nicht in einzelnen gesetzlichen Normen geregelt, sondern beruht auf vielfältigen gesetzlichen Sonderregelungen.

 

Zunächst ist hier an die Haftung gegenüber Gesellschaftern und Anlegern zu denken. Auch die Haftung der AG - Vorstände gegenüber den Aktionären, Investoren und Anlegern ist zu nennen. Daneben auch eine Haftung nach Prospekthaftungsgrundsätzen sowie nach Delikt, z.B. gemäß § 826 BGB.

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Dezember 2016

Rechtsanwalt Eser hat im Jahr 2016 erfolgreich am 32. Fachanwaltslehrgang Handels- und Gesellschaftsrecht (DeutscheAnwaltAkademie) in Berlin teilgenommen und den theoretischen Teil der Prüfung  bestanden.

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Update
BGH vom 13.04.2016

Gleich mit zwei Urteilen vom 13. April 2016 hat der Bundesgerichtshof die Rechte der D&O-Versicherten gestärkt (Az.: IV ZR 304/13 und IV ZR 51/14).

In der Praxis sind im Schadensfall allerdings zwei unabhängige Klageprozesse zu unterscheiden. Zum einen der Haftungsprozess in dem das geschädigte Unternehmen zunächst die versicherte Person (Manager) selbst verklagen muss, weil die D&O-Versicherung nicht freiwillig reguliert und dann der Deckungsprozess gegenüber den D&O-Versicherer auf Freistellung schließlich.

Mit zwei grundlegenden Entscheidungen (IV ZR 304/13 und IV ZR 51/14) hat der BGH nun die Möglichkeit eröffnet, den Haftpflicht- und Deckungsprozess in einem Verfahren zu führen.

 

Der BGH stellte klar, dass der versicherte Manager (Vorstände, Aufsichtsräte, Geschäftsführer) seinen Versicherungsanspruch an das Unternehmen abtreten kann. Außerdem sei für den Eintritt des Versicherungsfalls in der D&O-Versicherung die schriftliche Inanspruchnahme ausreichend. Eine vom Versicherungsnehmer im Innenhaftungsverhältnis darzulegende „Ernstlichkeit“ der Inanspruchnahme sei nicht erforderlich.

Konkret der BGH:

  1. In den Haftungsfällen der D &O Versicherung gilt auch der geschädigte Versicherungsnehmer oder sein in den Versicherungsschutz einbezogenes Tochterunternehmen als Dritter im Sinne von § 108 Abs. 2 VVG.

  2. Mit der Erwägung, der Geschädigte beabsichtige in Wahrheit nicht, den Versicherten wegen des gegen ihn erhobenen Schadensersatzanspruchs persönlich haftbar zu machen und wolle insbesondere nicht Zugriff auf dessen persönliches Vermögen nehmen sondern lediglich den Versicherungsfall auslösen, weshalb die Inanspruchnahme nicht ernstlich sei, kann eine bedingungsgemäße Inanspruchnahme des Versicherten im Sinne des claims-made-Prinzips nicht verneint werden